Gepäcktour auf dem Geirangerfjord

Ein Reisebericht von Ronja Pake  

Wie schon im Sommerurlaub 2010 beschlossen, soll unsere diesjährige Reise wieder nach Norwegen gehen. Unser Ziel ist der Geirangerfjord, er gilt aufgrund der angrenzenden steilen Berge und den vielen Wasserfällen als der schönste Norwegens und ist ein beliebtes Ziel für zahlreiche Kreuzfahrtschiffe. Der Fjord ist 15 km lang, aber bis zur nächsten Ortschaft Hellesylt müssen  noch 5 Km auf dem Sunnylvsfjord gepaddelt werden. Die Strecke von Geiranger nach Hellesylt und wieder zurück an einem Tag zu bewältigen ist wegen der schnell wechselnden Wetterverhältnisse unsicher. Eine andere Möglichkeit wäre bis Hellesylt zu paddeln und die Autofähre zurück zu nehmen, dies ist jedoch mit erhöhten Kosten verbunden. So entwickelte sich schnell die Idee, daraus eine Gepäcktour zu machen, eine schöne, fast abenteuerliche Alternative.  

Bei unserer Ankunft am Campingplatz Geirangerfjorden Feriesenter erkundigten wir uns erst mal nach dem Wetter für die nächsten Tage, um nicht zu viel Wartezeit zu verschwenden. Die Vorhersage lautete wenig Wind, das Wichtigste für ein sicheres Befahren. Allerdings bekamen wir den Hinweis, dass auf dem Sunnylvsfjord in der Regel andere Windverhältnisse herrschen und sich dort schnell hohe Wellen aufbauen können. Leichter Regen wurde ebenfalls angesagt, was für einen gut ausgerüsteten Paddler jedoch kein Problem sein sollte. Am gleichen Abend beschlossen wir  eine Probefahrt zu machen, um am nächsten Tag spontan zu entscheiden, ob wir die Gepäcktour starten können. Am anderen Morgen war es dann auch windstill, angenehm warm mit bedecktem Himmel, aber ohne Regen. Da fiel die Entscheidung leicht und wir begannen die Boote zu packen. Gegen 11.30 Uhr sind wir dann alle mit fix und fertig gepackten Kajaks auf dem Wasser. Auf dem Land fast schon schwül warm spenden die Berge nun Schatten und es wird kühler. Da es bedeckt ist, wirken die Felswände um uns herum, die immerhin bis zu 1300 m hoch sind, dunkel, fast bedrückend. Auf dem Wasser wird uns bewusst, wie klein und unbedeutend wir sind. Aufgelockert wird die Atmosphäre durch die vielen Schiffe und Boote, die unterwegs sind und auf diesem gewaltigen Fjord nahezu zierlich wirken. Gerade zu Beginn der Tour treffen wir auf Motorboote, das Sightseeing-Schiff und auf viele Paddler in grellgelben Verleih-Kajaks, auffällige Farbtupfer auf dem blaugrünen Fjord. Doch nachdem die beliebten Sehenswürdigkeiten, die bekannten Wasserfälle, vorbei sind, wird es ruhiger. Hier begegnen uns nur noch die Autofähren und ein Schiff der Hurtigruten. Bei einer Fjordbreite von bis zu 1 km sind diese Schiffe aber zu weit weg, um die Stimmung, alleine auf dem Wasser zu sein, stören zu können. Auf der Hälfte der Strecke machen wir uns auf die Suche nach einem Pausenplatz. Wir haben Glück, denn wir befinden uns gerade nicht an einer steil abfallenden Felswand, wie es größtenteils an  diesem Fjord der Fall ist. Steine und Geröll gestalten das Aussteigen nicht unbedingt leicht, zudem müssen die Boote sicher liegen und hoch gezogen werden, weil es doch grundsätzlich eine Wellenbewegung gibt. Nachdem wir schließlich alle an Land sind, genießen wir die Ruhe, die uns umgibt. Auf der Weiterfahrt beschließen wir den Fjord zu queren, um keine unnötigen Umwege zu machen. Doch alleine diese Querung bedeutet die Überwindung von einem km und dauert entsprechend lange. Dann endlich sind wir am Ende des Geirangerfjordes und können nach Hellesylt abbiegen, das nun noch 5 km entfernt liegt.  

Der Campingplatz ist nicht leicht zu finden, da sich der Ort über das ganze Ende des Fjordes erstreckt. Schließlich entdecken wir Wohnwagen und einen davorliegenden kleinen Hafen und unsere Fahrt endet für heute. Der Campingplatz ist ruhig und schön direkt am Fjord gelegen. Die Zeltwiese befindet sich unmittelbar am Hafenbecken, so dass wir unsere Boote nicht lange tragen müssen. Wir bauen unsere Zelte mit Blick zum Fjord auf. Sitzgelegenheiten in Form von Holzbänken und Tischen sind auch genügend vorhanden und werden von uns gleich in Beschlag genommen.  

Nach einer ruhigen und windstillen Nacht, fängt es am nächsten Morgen leicht  an zu regnen. Nach dem Frühstück packen wir und beschließen den Ort Hellesylt zu besichtigen, was sich definitiv lohnt. Ein kleiner ursprünglicher, norwegischer Ort mit Wasserfall, alter Brücke, schöner Kirche und kleinen weißen Häusern, alles sehr idyllisch. Wir beobachten sogar eine  norwegische Hochzeitsgesellschaft, die traditionell in Tracht durch das Dorf zieht.  

Als wir gegen Mittag wieder auf dem Wasser sind, hat sich das Wetter gebessert. Obwohl wir die Strecke schon vom Vortag kennen, bewundern wir trotzdem alles noch einmal aus der anderen Perspektive. Die Rückfahrt verläuft genauso ruhig wie die Hinfahrt und am späten Nachmittag kommen wir wieder am Campingplatz im Geiranger an.

  

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