Unser Paddelrevier

Beschreibung und Karte von Ronald Schnor und Hans-Jürgen Otten

Paddeln als Ausgleichssport und Naturerlebnis erfreut sich bei Jung und Alt einer wachsenden Beliebtheit. Diese Karte soll sowohl dem Einsteiger, wie auch dem Fortgeschrittenen oder dem auswär-tigen Kanusportler helfen, die Gewässer in Bremen und „umzu“ ohne Auto kennenzulernen. Hierzu werden ausgewählte Rundkurse beschrieben. Außerdem erhält der Wassersportinteressierte einen Überblick über die im LKV Bremen organisierten Vereine mit ihren Bootshäusern. Die Aktivitäten in den Vereinen reichen vom Kanuwandersport bis zum Leistungssport in den verschiedensten Sparten, wie auch dem Segel- u. Motorbootsport.

 

 

Die im folgenden beschriebenen Rundkurse für Wasserwanderer erstrecken sich auf das Gebiet des Bundeslandes Bremen und zum Teil in das niedersächsische Umland. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt in der Luftlinie von Nordenham im Norden bis Kirchweyhe / Dreye im Süden etwa 60 km, doch ist das Gebiet recht schmal: Von der Ochtum im Südwesten bis zur Wümme im Nordosten sind es gerade mal rund 12 km Luftlinie. Mitten hindurch fließt die Weser, auf der sich ab dem Weserwehr in Bremen-Hemelingen der Tideneinfluß bemerkbar macht. Hier wird aus der Mittel- die Unterweser.
Rechtsseitig in die Weser mündet bei Bremen-Vegesack die Lesum, die den gemeinsamen Unterlauf von Hamme und Wümme darstellt. Das Gegenstück zu den genannten Gewässern auf der rechten Weserseite bildet linksseitig die Ochtum, gespeist aus Hache und Süstedter Bach, mit ihren Neben-flüssen Delme und Varreler Bäke.
Ein eigenes Revier bildet die Unterweser, wo sich der Gezeitenstrom stark bemerkbar macht und die beiden großen Flußinseln Harriersand und Strohhauser Plate zu Rundfahrten einladen. Hier werden besondere Anforderungen an den Fahrer und an die Ausrüstung gestellt.

Die Entwicklung unseres Kanurevieres ist eng mit der Gestaltung von Landschaft und Wasserläufen durch den Menschen verbunden. Noch vor ca. 900 Jahren bildete die Bremer Flußlandschaft ein ver-wirrendes Geäst von Haupt- und Nebenarmen der Weser und ihrer Nebenflüsse, die auch untereinan-der in Verbindung standen. Der Mensch begann im Mittelalter mit dem Deichbau zum Schutz vor Hochwasser und zur Gewinnung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen. Es wurden Entwässerungs-kanäle angelegt. Beispiele hierfür sind das Land Stedingen auf der linken Weserseite zwischen Och-tum und Hunte sowie das Blockland zwischen Wümme und dem Bremer Stadtgebiet. Die Bezeich-nung „Blockland“ stammt aus der Zeit der Urbarmachung im Mittelalter, als das Land in rechteckige Flurstücke, „Blöcke“, eingeteilt wurde. Dazwischen wurden zum Zwecke der Entwässerung große und kleine Gräben und Kanäle angelegt, die teilweise schiffbar waren und das überschüssige Wasser zur Wümme und Lesum hin ableiteten. An den Mündungen dieser Kanäle in Wümme und Lesum entstan-den Siele und Schleusen, die z.T. heute noch in Betrieb sind. Für den Paddler von Bedeutung sind die Schleusen von Kuhsiel und Dammsiel an der Wümme. Die Bedeutung der Hamme, der Wümme und der Blocklandgewässer als Transportweg für den im Teufelsmoor abgebauten und in Bremen sehr begehrten Brennstoff Torf wuchs vor allem im 18. und 19. Jahrhundert zur Zeit der Moorkolonisation. Mit Torfkähnen werden noch heute im Sommerhalbjahr Ausflugsfahrten auf der Hamme veranstaltet. Bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts hieß es in den Niederungslandschaften rund um Bre-men oft „Land unter“, besonders im Winterhalbjahr. Dann wurden Boote bzw. in frostigen Wintern Schlitten und Schlittschuhe zu wichtigen Verkehrsmitteln, ein Bild, das an den Spreewald erinnert. Mit den weiträumigen Überschwemmungen ist es vorbei, seit im Gefolge des Ausbaus der Unterweser zur Seeschiffahrtsstraße die Mündungen von Lesum, Ochtum und Hunte mit Hochwasser-Sperrwerken versehen wurden.

Während einige der beschriebenen Rundkurse die Weser miteinbeziehen, verlaufen andere auf den Nebenflüssen der Weser oder auf den Blocklandgewässern. Zwei Tourenvorschläge beziehen sich ausschließlich auf die Unterweser und liegen außerhalb des auf der Karte dargestellten Gebietes.

Für die Unterweser ab Stadtmitte (Eisenbahnbrücke), die Lesum, die Wümme bis Borgfeld und die Hamme bis zur Ritterhuder Schleuse gilt die Seeschiffahrtsstraßenordnung. Oberhalb der Eisenbahn-brücke gilt für die Weser die Binnenschiffahrtsstraßenordnung. Für manch kleinere der vorgestellten Gewässer besteht ein jahreszeitliches, amtliches Befahrungsverbot oder eine unter Naturschutzaspek-ten erfolgte Selbstbeschränkung des LKV Bremen. Hierauf wird bei der Beschreibung der Rundkurse jeweils gesondert eingegangen.

Der Einfluß der Gezeiten:
Da fast alle Rundkurse ganz oder teilweise auf Tidengewässern verlaufen, ist für die Fahrtenplanung ein Gezeitenkalender , der alljährlich vom Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie herausge-geben wird eine notwendige Voraussetzung (Buchhandel). Einige der Tidenzeiten stehen auch in der örtlichen Presse. Neben den Hoch- und Niedrigwasserzeiten für Bremen und Bremerhaven sind hier auch die Gezeitenunterschiede für mehrere Orte unseres Fahrtengebietes angegeben. So tritt bei-spielsweise das Hochwasser in Bremen rund eindreiviertel Stunden später als in Bremerhaven ein. Bis das Hochwasser das in Luftlinie nur wenige km von Bremen entfernte Blockland an der Wümme er-reicht, vergehen noch einmal ein bis zwei Stunden. Beim Niedrigwasser sind die Differenzen noch größer! Der Gezeiteneinfluß reicht auf der Wümme bis Borgfeld, auf der Hamme bis zur Ritterhuder Schleuse. Der mittlere Tidenhub beträgt in Bremen (Stadtmitte) 4 m, in Bremerhaven 3,70 m und in Borgfeld an der Wümme immerhin noch 1,10 m.
Hinsichtlich der Gezeiten auf der Unterweser muß man sich klarmachen, daß derjenige, der bei Nied-rigwasser in Bremerhaven oder Nordenham startet, für seine Fahrt Richtung Bremen mehr Zeit bis zum Hochwasser hat als derjenige, der bei Hochwasser in Bremen startet und bis zum Niedrigwasser Nordenham oder gar Bremerhaven erreichen möchte. Für längere Fahrten flußabwärts empfiehlt sich daher immer ein Zwischenstop, beispielsweise auf dem Harriersand.

Als ergänzende Literatur zu den Paddeltouren wird der Flußführer „Kanu-Wanderbuch für Nordwest-deutschland“, herausgegeben vom Hamburger Kanuverband, empfohlen. Außerdem sei auf den Was-sersportwanderatlas „Weser mit Quellflüssen“ aus dem Verlag Jübermann, Uelzen, verwiesen.

Die in den Tourenvorschlägen enthaltenen Hinweise auf Vereine als Einsatzstellen bzw. Übernach-tungsmöglichkeiten richten sich in erster Linie an organisierte Paddler in den Landesverbänden des DKV (Deutscher Kanu-Verband).

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei dem LKV Bremen, bei den Vereinen, insbesondere bei H.-J. Otten (KCR), W. Kahle (WSC Fink) und I. Bunsen (FWB). Wir hoffen, dass die Karte allen Wassersportbegeisterten viele Anregungen zu schönen Fahrten bietet.


Bremen, Februar 1996, Ronald Schnor

Copyright TURA Bremen, Kanusportabteilung Schutzgebühr 2,50 euro.


Die Rundkurse:

Linke Weserseite

Weser und Ochtum (47 km)

Start/Ziel: BKW / KSF bei km 363,7
Mögliche Übernachtung: WSC Fink an der Ochtum
Anforderung: Bootswagen, Ausrüstung u. Sicherheitsmaßnahmen siehe Unterweser
Vom BKW / KSF bis Weserwehr Hemelingen (1,7 km). Vor dem Wehr nach rechts zum Schleusen-kanal. Dort entweder schleusen oder die Umtragestrecke benutzen. Vom Weserwehr Hemelingen bis Wiking Faltbootwanderer Kirchweyhe (4,5 km). Unter der Autobahnbrücke der A1 hindurch und ca. 300 m vor der Eisenbahnbrücke rechts in den Baggersee. Dort befindet sich hinter dem Deich das Bootshaus der Wiking Faltbootwanderer Kirchweyhe. Von hier mit dem Bootswagen auf der Straße zur Eisenbahnbrücke bzw. an der Eisenbahn entlang über ein Feld zur Ochtum (1,8 km). Auf der Ochtum bis zur Gabelung am Flughafen Bremen (9,2 km). Rechts in den Verbindungsgraben zur Al-ten Ochtum und auf diesem bis zum WSC Fink / WV Warturm (4,6 km). Vom WSC Fink bis zur Mündung der Ochtum in die Weser (10,5 km). Die Ochtum hat auf diesem Abschnitt drei Wehre, zwei davon sind mit Selbstbedienungsschleusen (SB-Schleusen) ausgerüstet. Das Ochtum-Sperrwerk ist jeweils eine Stunde vor und nach Niedrigwasser geschlossen (schleusen), ansonsten freie Durch-fahrt. Die Ochtummündung sollte man bei Niedrigwasser erreichen, um mit der auflaufenden Tide Richtung Bremen-Stadtmitte zu fahren (17,3 km). Die Unterweser ist auf Bremer Gebiet weitgehend durch Steinböschungen und Spundwände verbaut. Im Fahrwasser ist das Rechtsfahrgebot zu beachten und nach Möglichkeit, das Nebenfahrwasser zu benutzen. Im Bereich der Häfen ist besondere Vor-sicht geboten.

Kleiner Ochtum-Rundkurs (Alte und Neue Ochtum 10,2 km)

Rundkurs auf gestauten Flußabschnitten
Start/Ziel: WSC Fink / WV Warturm an der Alten Ochtum
Vom WSC Fink / WV Warturm flußaufwärts über den Verbindungsgraben in die Neue Ochtum. Die Fahrt auf der Neuen Ochtum führt durch ein Naturschutzgebiet: Am rechten Ufer fahren, das Betreten der Inseln und der Ufer ist verboten! Die neue Ochtum darf nur mit Muskelkraft betriebenen Booten befahren werden. Nur die beschilderten Ein- bzw. Aussatzstellen benutzen. Kurz vor dem Zusam-menfluß mit der Alten Ochtum Wehr Wahrfelde mit SB-Schleuse, bei Nichtfunktionieren der Schleu-se leicht links zu umtragen. Flußaufwärts nach rechts in die Alte Ochtum, nach 1,5 km erneut SB-Schleuse.

Blockland

Bei den Beschreibungen rund um das Blockland gibt es vielfältige Möglichkeiten. Als Start und Ziel bietet sich für die Fahrten in das Blockland auch der Torfkanal am Bürgerpark an. Parkplätze sind dort ausreichend vorhanden. Leider ist die Wasserqualität sehr schlecht, man wird jedoch durch die schöne Umgebung entschädigt.

Große Blocklandrunde (23,6 km)

Start/Ziel: VKB / STBP, BC Marienbrücke, Parkplatz an der Kufsteiner Straße
Von der Kleine Wümme in den Kuhgraben bis Kuhsiel. Rechts an der Insel und am Pumpwerk vorbei zur Umtragestelle. Achtung, der Schwimmsteg auf der anderen Seite in der Wümme liegt im Strö-mungsbereich des Pumpwerk-Auslaufes. Auf der Wümme flußabwärts von Kuhsiel nach Dammsiel, Schwimmsteg vor der Schleuse. Das Umtragen in Dammsiel ist mühsam.
Von Dammsiel über die Kleine Wümme zurück. In der Kleinen Wümme befindet sich kurz hinter der Autobahnbrücke der A27 ein Wehr, das mit einer SB-Schleuse versehen ist. Neben der Schleuse be-findet sich ein Handlauf, an dem man sich über die Wehrkante ziehen kann (Schäden am Boot sind nicht auszuschließen).
Einkehrmöglichkeiten in mehreren Lokalen an der Wümme, Bademöglichkeit am Unisee.
Maschinell betriebene Schleusen in Kuhsiel und Dammsiel.
(Voraussichtliche Wiedereröffnung der Kuhsiel-Schleuse: August 1996).


Kleine Blocklandrunde (9 km)

Sehr leichter Rundkurs auch für Anfänger geeignet.
Start/Ziel: WVG Maschinenfleet, WWV, Waller Fleet (+ 1,3 km)
Vom Maschinenfleet in die Kleine Wümme und über das Gröpelinger Fleet zurück.
Befahrung des Gröpelinger Fleetes: Das Gröpelinger Fleet wurde 1995 durch das Anlegen von Flachwasserzonen an den Ufern durch den Bremischen Deichverband ökologisch aufgewertet. Um eine vollständige Sperrung zu verhindern, wurde eine freiwillige Selbstbeschränkung hinsichtlich der Befahrung vom LKV Bremen in der Zeit vom 15.03. - 30.06. eingeführt. In dieser Zeit sollte dort nicht gefahren werden. In der übrigen Zeit das Ufer nur an gekennzeichneten Stellen betreten.


Bis voraussichtlich Ende 1996 ist der Abschnitt des Maschinenfleetes vor Wasserhorst gesperrt. Mit der Freigabe soll eine Umtragestelle in Wasserhorst eingerichtet werden. Aus diesem Grund wurde der nachfolgende Rundkurs aufgenommen.

Von TURA rund um das Blockland (22,4 km oder 40,9 km)

Start/Ziel: TURA Bremen
Von der Lesum aus über die Wümme bis Dammsiel, schleusen oder umtragen. Von der Kleinen Wümme in den Maschinenfleet nach Wasserhorst. Dort umtragen in die Lesum. Je nach Tide kann die Fahrt im oder entgegen dem Uhrzeigersinn durchgeführt werden.

Alternativ hierzu für Kilometerfahrer:
Die Wümme bis Kuhsiel weiterfahren und über den Kuhgraben bzw. der Kleinen Wümme zurück nach Dammsiel in die Wümme. Hierbei hat man den Vorteil, daß von den 40,9 km lediglich 10,9 km auf stehendem Wasser zurückgelegt werden. Die Tide muß jedoch gut abgepaßt werden.
Bei dem Rundkurs bietet es sich an, eine Pause am Kuhgraben oder Unisee einzulegen. Zwischen der Autobahnbrücke und einer ca. 200 m weiter entfernten Straßenbrücke, befindet sich rechts ein Lokal mit Minigolfplatz, wo man hervorragend Bratkartoffeln essen kann. Leider ist dieses vom Wasser nicht einsehbar, am Ufer sind kleine Betonstufen eingelassen.


Hamme und Beek

Standquartier: DKV-Heim Waakhausen
Von hier aus sind zwar keine echten Rundfahrten, wohl aber Exkursionen in drei Richtungen von fast unbegrenzter Länge möglich. Vom Zeltplatz aus erreicht man über die Semkenfahrt nach 1,2 km die Hamme. Sie durchfließt die Teufelsmoor-Niederung und nähert sich oberhalb von Waakhausen bei Neu-Helgoland dem Künstlerdorf Worpswede am Weyerberg. Die beiden Hamme-Schleusen Vieh-specken und Teufelsmoorschleuse sind von Hand zu bedienen bzw. leicht zu umtragen. Hamme und Beek haben nur leichte, fast unmerkliche Strömung.
Die Beek ist 8,5 km lang und mündet 500 m oberhalb der Semkenfahrt in die Hamme. Die Beek ist vom 16.10. - 30.04. gesperrt (Winterrastplatz für Zugvögel). 2 km nach der Mündung passiert man das Naturschutzgebiet „Breites Wasser“ eine Flachwasserzone mit reichlichem Schilf- und Seerosen-bestand. Dieses Gebiet ist leider auch für uns Kanuten nicht zugänglich bzw. ganzjährig gesperrt. Am Ende vom fahrbaren Teil der Beek bzw. von Bargschütt aus, kann man interessante Spaziergänge in das Teufelsmoor unternehmen. Die Hamme und die Beek sind im Sommer auf weiten Strecken durch reiche Bestände der Gelben Teichrose gekennzeichnet.

Einige der von Waakhausen aus möglichen Fahrten auf der Hamme sind (ab Mündung Semkenfahrt): Hamme aufwärts bis Viehspecken 13,5 km; Hamme abwärts bis Schleuse Ritterhude 8,6 km. Man kann die Touren noch weiter ausdehnen. Oberhalb Viehspecken beginnt der Hamme-Oste-Kanal, der, 19,4 km lang und mit 15 Wehren versehen, oberhalb von Bremervörde in die Oste mündet. Unterhalb der Ritterhuder Schleuse sind es noch 2,2 km bis zum Zusammenfluß mit der Wümme, ab hier „Le-sum“. Nach weiteren 5 km erreicht man Tura Bremen.

Einkehrmöglichkeiten: Ritterhuder Schleuse, Tietjens Hütte, Melchers Hütte, Neu Helgoland, Lokal bei der Teufelsmoorschleuse und in Viehspecken.


Unterweser

Die Unterweser ist nur mit einer besonderen Ausrüstung von einem geübten Paddler befahrbar. Eine sichere Bootsbeherrschung bei Wind und Wellen ist Voraussetzung! Am besten unter einer sachkun-digen Anleitung mit einem ortskundigen Führer. Es bietet sich an, sich vor der Abfahrt bei den ein-heimischen Vereinen über die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. Ein Wetterumschwung wirkt sich immer auf die Wasserverhältnisse aus. Es können dort nicht nur durch das Wetter, sondern auch durch den Schiffsverkehr sehr hohe Wellen und „Kabbelwasser“ (bedingt durch die Spundwände) entstehen. Das Hauptfahrwasser zwischen den Tonnen ist zu meiden, es muß das Nebenfahrwasser benutzt werden. Wo das Hauptfahrwasser bis an das Ufer bzw. an die Spundwände heranreicht, z.B. Bremer Vulkan, sollte man auf der anderen Weserseite fahren. Eine Kenterung in dem Bereich kann lebensgefährlich werden, da man nur noch über die senkrechten Leitern der Spundwände an Land kommen kann. Das Hauptfahrwasser sollte nur für Durchquerungen auf dem kürzesten Wege benutzt werden. Im Fahrwasser ist unbedingt das Rechtsfahrgebot zu beachten. Aus Sicherheitsgründen sind vorn und hinten abgeschottete Boote (Seekajaks) von Vorteil. Nicht abgeschottete Boote müssen vo-luminöse Auftriebskörper haben, die den Bootsrumpf ausfüllen. Spritzdecke und Steueranlage sind zusätzliche Punkte an die Ausrüstung. Eine Schwimmweste ist immer anzulegen. Weitergehende In-formationen erhält man bei allen Vereinen, beim Landeskanuverband bzw. beim Deutschen Kanu-Verband.

Rund um Stedingen

Dieser Rundkurs auf Weser, Hunte und Ollen wird einmal jährlich von den DJK Wasserwanderer Lemwerder durchgeführt (Siehe Ausschreibung im DKV-Programmheft). Als Start von der Bremer Weserseite aus bietet sich der Kanu-Club Rönnebeck (KCR) an. Man sollte die Fahrt so einrichten, daß man die Huntemündung bei Elsfleth nicht vor Niedrigwasser erreicht. Ollen und Motzener Kanal sind strömungslos. Das Wehr an der Camper Brücke über die Ollen in Berne ist meist geschlossen (umtragen).
Etappen:
Weser von KCR bis Huntemündung 10,3 km
Hunte bis Lichtenberger Siel (umtragen in Ollen) 7,0 km
Ollen bis Motzener Kanal 10,5 km
Motzener Kanal bis Motzen (ca. 300 m umtragen
zur Weser, Fähranleger) 2,6 km
Weser von Motzen bis KCR 0,7 km
Gesamtlänge 31,1 km

Rund um den Harriersand

Start/Ziel: KC Rönnebeck (KCR), bei km 23,0.
Weser, Kleine Weser, Westergate (Blömer).
Etappen:
KCR - Harriersand (Strandhalle, Einkehrmöglichkeit) 15,8 km
Harriersand (Strandhalle) - Sandstedt (Campingplatz) 5,7 km
Kleine Weser von Sandstedt bis Südspitze Harriersand 11,0 km
Weser von Harriersand bis U-Boot-Bunker 5,3 km
Westergate (Blömer) von U-Boot-Bunker bis Juliusplate 2,7 km
Weser von Juliusplate (Abzweig Blömer) bis KCR 3,5 km
Gesamtlänge 44,0 km


Erweiterungsmöglichkeit: Warflether Arm (Altwasser).

Abzweig von der Unterweser bei km 25,0 (gegenüber Meyer Farge).
Reiche Schilfbestände, Landschaftsschutzgebiet Warflether Sand. Warflether Sand, Westergate und Kleine Weser sind nur bis Mitteltide fahrbar. Besonders flach ist die Westergate.
Bei Umrundung des Harriersandes in Sandstedt das Niedrigwasser abwarten und erst mit auflaufender Tide in die Kleine Weser einfahren, damit man bei Erreichen der flachsten Stelle
(Straßenbrücke Rade - Harriersand) genügend Wasser unter dem Kiel hat. Rastmöglichkeiten: In der Unterweser überall an den Sandstränden, in den Altarmen (Kleine Weser, Westergate, Warflether Arm) wegen verschilfter bzw. verschlickter Ufer sehr eingeschränkt. An den Stränden der Unterweser Boote immer weit hochziehen, wegen Sog und Wellenschlag durch vorbeifahrende Seeschiffe. Beim U-Boot Bunker in Farge besteht Aussteigeverbot (Bundeswehr).
Zeltmöglichkeiten: Zeltplatz in Sandstedt

Rund um die Strohhauser Plate

Start/Ziel: Sandstedt, Strand neben dem Fähranleger (ca. 200 m hinter dem Parkplatz).
Weser, Schweiburg
Abfahrt in Sandstedt bei Hochwasser. Gleich hinter der Wagenfähre Golzwarden / Sandstedt biegt man von der Weser links in die Schweiburg ein.
Etappen:
Schweiburg bis Mündung beim Kernkraftwerk Esenshamm 7,0 km
Unterweser von Esenshamm bis Nordenham 4,8 km
Unterweser von Nordenham bis Sandstedt 11,9 km
Gesamtlänge 23,7 km

Beim WSV Nordenham Zeltmöglichkeit auf Zeltwiese bzw. hinter den Dünen am Weserstrand. Verschlicktes Ufer: Entweder im Boot sitzend am Geländer entlang bis zum Steg hochrutschen oder an der Buhne aussteigen (Treppe). Achtung: Zwischen Brake und Nordenham weit in die Weser hin-einragende Buhnen, die knapp unter Wasser bei starkem Gezeitenstrom nur schwer zu erkennen sind und zu einer Gefahr werden können. Ausreichend Abstand zum Ufer halten, am besten „Tonnen-strich“ fahren. Zwischen den Buhnen behindert Verschlickung das Ein- und Aussteigen bei Niedrig-wasser.

Erweiterungsmöglichkeit:
In Nordenham beginnt hinter dem Siel am Tidehafen das Abbenhauser Sieltief. Auf ihm erreicht man nach gut 1 km am Wasserkreuz den Butjadinger Kanal, über den man ins Butjadinger Land bis Burha-fe und Fedderwardersiel gelangen kann (viele niedrige Brücken, teils zu umtragen).

Telefonnummern der Schleusen:

Dammsiel 0421/640733

Ritterhude 04292/1252

Lesum Sperrwerk 0421/6597856

Hunte Sperrwerk 04404/3388

Ochtum Sperrwerk 0421/670450

Weserwehr 0421/446348 od. 5378414


10 Goldene Regeln für das Verhalten von Wassersportlern in der Natur
In Zusammenarbeit aller Wassersportverbände wurden diese 10 Goldene Regeln auf Anregung des BVM für den Bereich der an Bundeswasserstraßen angrenzenden Naturschutzgebiete erarbeitet.


Meiden Sie das Einfahren in Röhrichtbestände, Schilfgürtel und in allen sonstigen dicht und un-übersichtlich bewachsenen Uferpartien. Meiden Sie darüber hinaus Kies, Sand und Schlammbänke (Rast- und Aufenthaltsplatz von Vögeln) sowie Ufergehölze. Meiden Sie auch seichte Gewässer (Laichgebiete), insbesondere solche mit Wasserpflanzen.
Halten Sie einen ausreichenden Mindestabstand zu Röhrichtbeständen, Schilfgürteln und anderen unübersichtlich bewachsenen Uferpartien sowie Ufergehölzen auf breiten Flüssen beispielsweise 30 bis 50 Meter. Halten Sie einen ausreichenden Mindestabstand zu Vogelansammlungen auf dem Was-ser - wenn möglich mehr als 100 Meter.
Befolgen Sie in Naturschutzgebieten unbedingt die geltenden Vorschriften. Häufig ist Wassersport in Naturschutzgebieten ganzjährig, mindestens zeitweise, völlig untersagt oder nur unter ganz be-stimmten Bedingungen möglich.
Nehmen Sie in „Feuchtgebieten internationaler Bedeutung“ bei der Ausübung von Wassersport besondere Rücksicht. Diese Gebiete dienen als Lebensstätte seltener Tier- und Pflanzenarten und sind daher besonders schutzbedürftig.
Benutzen Sie beim Landen die dafür vorgesehenen Plätze oder solche Stellen, an denen sichtbar kein Schaden angerichtet werden kann.
Nähern Sie sich auch von Land her nicht Schilfgürteln und der sonstigen dichten Ufervegetation, um nicht in den Lebensraum von Vögeln, Fischen, Kleintieren und Pflanzen einzudringen, um diese zu gefährden.
Laufen Sie im Bereich der Watten keine Seehundbänke an, um die Tiere nicht zu stören und zu vertreiben. Halten Sie mindestens 300 bis 500 Meter Abstand zu Seehundliegeplätzen und Vogelan-sammlungen, und bleiben Sie hier auf jeden Fall in der Nähe markierten Fahrwassers. Fahren Sie hier mit langsamer Fahrstufe.
Beobachten und fotografieren Sie Tiere möglichst nur aus der Ferne.
Helfen Sie das Wasser sauber zu halten. Abfälle gehören nicht ins Wasser, insbesondere nicht der Inhalt von Chemietoiletten. Diese Abfälle müssen genauso wie Altöl in bestehende Sammelstellen der Häfen abgegeben werden. Benutzen Sie in Häfen selbst ausschließlich die sanitären Anlagen an Land. Lassen Sie beim Stilliegen den Motor Ihres Bootes nicht unnötig laufen, um die Umwelt nicht zusätz-lich durch Lärm und Abgase zu belasten.
Machen Sie sich diese Regeln zu eigen, informieren Sie sich vor Ihren Fahrten über die für Ihr Fahrgebiet bestehenden Bestimmungen. Sorgen Sie dafür, daß diese Kenntnisse und Ihr eigenes vor-bildliches Verhalten gegenüber der Umwelt auch an die Jugend und vor allem an nichtorganisierte Wassersportler weitergegeben werden.