Wir stellen vor: die Mittwoch-Feierabendrunde
von Anke Thun-Weaver
Wie der Name sagt, treffen wir uns mittwochs, und zwar so, dass wir um 18.00 Uhr AUF DEM WASSER SIND! Diese Zeitangabe hat sich bewährt, um pünktlich als Gruppe loszukommen. (Bevor diese klare Ansage gemacht wurde, soll es zu großzügigen Interpretationen von „Treffen um 18.00 Uhr“ gekommen sein.)
Wenn es gegen Ende der Saison früher dunkel wird, wird der Startzeitpunkt um eine halbe Stunde oder Stunde nach vorne verschoben. – Wer es einmal nicht pünktlich von der Arbeit schafft, oder den früheren Startzeitpunkt im Herbst nur mit knapper Not hinkriegt, kann sich über die Signal-Gruppe bei den anderen melden und sie bitten, sein oder ihr Boot schon mit herauszubringen. Hier steht niemand alleine im Regen (in mehrerer Hinsicht, siehe weiter unten).
Angesprochen mit diesem Angebot sind in erster Linie Paddlerinnen und Paddler, die zumindest schon erste Erfahrungen auf dem Wasser gesammelt haben, denn bei der Mittwochsfeierabendrunde sollen auch diejenigen einmal einfach so paddeln können, die sonst oft als Trainer im Einsatz sind. Nach Absprache sind jedoch auch engagierte Anfänger willkommen.
Die Strecke wird immer von der Tide bestimmt: auf der Hintour paddeln wir gegen die Strömung, in der Regel bis zum Vegesacker Hafen oder bis zur Wümmemündung, zurück geht es mit der Strömung. Natürlich genießen wir es sehr, wenn wir einmal das Glück haben, dass die Tide genau dann kippt, wenn wir unseren Zielpunkt erreichen, und somit beide Strecken mit der Strömung paddeln können. Manchmal hängen wir dann spontan noch ’nen Kilometer oder so dran – weil es gerade so schön läuft, und um den restlichen Tidenschwung mitzunehmen.
Die Feierabendgruppe trifft sich zum Paddeln vom Ausbringen des Anlegers im März bis zum Abbau im Oktober, ausnahmslos jede Woche und bei jedem Wetter. Es sei denn, es ist keiner da, aber das habe ich noch nicht erlebt. Wie sich zeigt, sind unsere Paddlerinnen und Paddler aus wetterfestem Holz geschnitzt, denn es sind fast immer zwischen sechs und fünfzehn Vereinsmitglieder, die sich mittwochs für diese zwanglose gemeinsame Runde treffen. (Statistischen Erhebungen einiger Teilnehmer zufolge, regnet es übrigens nie, wenn Britta dabei ist.)
Im Allgemeinen sind wir gegen 20.00 h wieder am Anleger. Alle helfen, schnell die Boote sauber zu machen und an ihre Liegeplätze im Bootshaus zu bringen. Wer mag, setzt sich dann noch kurz zum Ausklang zusammen.
Einer der schönen Aspekte dieser Runde ist, dass sich alle gegenseitig helfen. Das ermöglicht es auch Paddelnden, die sonst ihr Boot nur schwer oder gar nicht ins Wasser bringen könnten, regelmäßig auf dem Wasser unterwegs zu sein. Toll ist auch, dass die Runde zuverlässig jede Woche stattfindet.
Auch das soziale Leben kommt nicht zu kurz: im Sommer wird hin und wieder gemeinsam gegrillt, und – wie ich gehört habe – wird im Winter auch mal gemeinsam Pizza gegessen, damit man sich nicht aus den Augen verliert.
Ich finde es super, dass es diese Gruppe gibt. Es tut soo gut, nach einem Arbeitstag „noch mal eben“ mit netten Menschen für zwei Stunden auf’s Wasser zu gehen. Besonders genieße ich jedes Mal die ruhige abendliche Stimmung auf der Lesum. Ich bin noch nicht so lange dabei, aber diese entspannte Runde hat mir schon den einen oder anderen nervigen Bürotag gerettet und ihm einen schönen Ausklang beschert.

