Erstes TURA-Sicherheitstrainings “Wiedereinstieg” am Grambker Sportparksee

Ein Teilnehmerbericht von Torsten Ebner

Mein Ziel, einmal die „dänische Südsee“ mit dem Kajak zu befahren, ist mein Grund, am Sicherheitstraining teilzunehmen. Auch für die anderen Teilnehmer sind die Gründe ähnlich. Egal, ob auf der Weser oder auf der Mecklenburgischen Seenplatte, wir wollen darauf vorbereitet sein, wenn der Fall der Fälle, die Kenterung mit dem Kajak, eintritt und das rettende Ufer weit entfernt ist. Viele Kajakfahrer(innen) fahren seit Jahren Kajak, aber ein Sicherheitstraining haben viele nicht absolviert.

Vor Ort erfahren wir das Programm: Flache Paddelstütze einsetzen, Unterwasserausstieg aus dem Kajak mit zuvor geschlossener Spritzdecke, Wiedereinstieg mit Partner und allein mit dem „Cowboy Einstieg“.

Steffen und Stefan beruhigen uns, dass wir nur die Übungen mitmachen sollen, die wir uns zutrauen. Keiner muss etwas ausprobieren, was er oder sie nicht will. Damit sind unsere letzten Bedenken aus dem Weg geräumt.

Bevor es am Grambker Sportparksee aufs Wasser geht, besprechen wir die Sicherheitsausrüstung und auch die Ausstattung der unterschiedlichen Boote. Die Techniken für die Selbst- und Partnerrettung werden zuerst an Land gezeigt. Wir erfahren auch, welche Ausstattungsmerkmale Vorteile beim Wiedereinstieg haben und dass ein “sauberes Deck” beim Ausführen der Technik hilft. Als nächstes hören wir, wofür die Decksleinen am Kajak gut sind. Eben nicht nur für die Trinkflasche oder anderes Gepäck, sondern auch für den Wiedereinstieg ins Kajak und zum Fixieren der Paddel.

Lange genug geredet, es geht aufs Wasser. Wir paddeln in stehtiefes Wasser beim Strand. Auf dem Weg dorthin üben wir die flache Paddelstütze – und dann wird es ernst!

Steffen und Stefan haben uns in Gruppen eingeteilt. Sie stehen im Wasser und halten die Kajaks am Bug fest und machen “Seegang”! Wir dagegen setzen die Paddelstütze ein, um nicht im Wasser zu landen. Schlussendlich landen wir alle dort!

Die meisten von uns haben sich schon vorher die empfohlenen Videos zum Thema Wiedereinstieg angeguckt. Als wir aber zu den praktischen Partnerrettungen kommen, ist das Meiste in der realen Situation vergessen. Auch dem Gekenterten, dem „Pechvogel“, nun klare Anweisungen zu geben, muss erst geübt und gefestigt werden.

Somit ist es auch für den Retter eine Herausforderung, das gekenterte, vollgelaufene Boot zu entleeren und den Pechvogel bei seinem Wiedereinstieg zu stabilisieren.

Zuletzt der Solo-Wiedereinstieg. Ich übe den „Cowboy Einstieg“. Nicht nur mir fällt es nicht leicht, mich aufs Boot zu ziehen. Der Ruf von Steffen: „Oberkörper flach aufs Deck“ – „Beine im Wasser lassen“ ist leichter gesagt als getan. Aber die Anweisungen helfen, eine bessere Balance zu bekommen und doch noch ins Cockpit zu rutschen … geschafft!

Nachdem wir alle Übungen als Retter und als Pechvogel durchgespielt haben, paddeln wir erschöpft aber zufrieden zurück.

Wir beenden das Sicherheitstraining mit einem guten Gefühl und die Erwartungen sind mehr als erfüllt. Bei einigen scheinen sich anfängliche Sorgen in Selbstbewusstsein verwandelt zu haben.

Vielen Dank an Steffen und Stefan!

 

Als Resümee aus dem angebotenen Training und wegen der positiven Rückmeldungen bieten wir ab sofort auf Anfrage ca. 1,5 stündige Wiedereinstiegstrainings als individuelle Coaching Einheiten auf der Lesum an! Das Coaching richtet sich an mindestens zwei und höchsten drei Teilnehmer. Ort: Die strömungsfreie “stille Bucht” unterhalb des Schlittenhanges im Knoops Park. Voraussetzung ist ein hinter dem Sitz abgeschottetes Kajak. Anfragen bitte an Steffen.